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 Das muss man wissen - um verstehen zu können wie eine artgerechte Fütterung aussehen sollte!

 

 1.) Der Verdauungsablauf beim Pferd

Der Verdauungstrakt des Pferdes ist, wie beim Wiederkäuer auf die Verwertung von pflanzlichen Futter ausgerichtet. Die überwiegende mikrobielle Tätigkeit vollzieht sich in den voluminösen Darmbereichen des Blind- und Grimmdarms (Dickdarm). Der Verdauungsablauf wird durch die Verweildauer in den betreffenden Darmbereichen bestimmt.

Maul und Zähne
Das Pferd nimmt mit den Lippen, den Zähnen und der Zunge das Futter auf. Das Futter wird mittels der Schneidezähne abgebissen und mit den Backenzähnen zermahlen. Eine gute Zerkleinerung der Nahrung ist sehr wichtig, da die Rohfaser den Dünndarmbereich passieren muß, bevor die Rohfaserverdauung im Blinddarm (Dickdarm) statt finden kann. Durch die ausgeprägte Kautätigkeit, wird der Speichelfluß angeregt. Dieser durchfeuchtet den Futterbrei und reguliert zudem den pH-Wert im Magen. Der Speisebrei wird pH-neutraler und somit die mikrobielle Umsetzung vor dem Mageneingang begünstigt. Bei der Aufnahme von 1 kg Heu werden rund 4 Liter Speichel gebildet dagegen bildet sich beim kauen von 1 kg Kraftfutter nur 1 Liter. Viel Speichel ist aber Voraussetzung für eine effektvolle Verdauung und für die Magengesundheit. Hier wird also die Forderung der artgerechten Fütterung an eine tägliche Heumenge von 1,5 - 2 % des Körpergewichtes des Pferdes deutlich. Auch der Magen gibt genügend Grund die Wichtigkeit der Grundfütterung zu belegen.

Magen
Der relativ kleine Magen des Pferdes besitzt einen drüsenlosen und einen drüsenhaltigen Bereich. Im drüsenlosen Teil des Magens werden die leicht verfügbaren Kohlenhydrate, Fette und Proteine zu kurzkettigen Fettsäuren und Ammoniak abgebaut. Im drüsenhaltigen Magenteil wird durch die Magenbewegung der Magensaft und Futterbrei gemischt. Der Magensaft enthält Salzsäure und Pepsin. Die Salzsäure dient zur Absenkung des pH-Wertes, das Pepsin zur Eiweißspaltung. Da der Magen ständig Magensäure bildet, da das Pferd unter natürlichen Bedingungen ja "ständig" (mind. 18 h am Tag) frisst, kommt es unwegerlich zu einer Übersäuerung des Magens, wenn Fresspausen von mehr als ca. 4 h unter Praxisbedingungen auftreten. Diese Übersäuerung "greift" die Magenschleimhäute an und lasst die Gefahr von Magengeschwüren zunehmen. Diese physiologischen Besonderheiten des Pferdes verlangen also mehrere Heumahlzeiten pro Tag, um möglichst lange Futterpausen zu vermeiden, denn der beim Fressen gebildete Speichel enthält Bikarbonate, die die Magensäure abpuffern und weitere andere Stoffe die für einen guten Verdauungsablauf sorgen.

Als Resultat für die Praxis bedeutet dies:

 

- mind. 3 Heumahlzeiten pro Tag und zur Nacht die größte Heumenge anbieten.

- stets Heu vor dem Krippenfutter zu füttern (Pferde sollten mind. 15 Minuten Heu fressen können bevor das Krippenfutter gegeben wird), denn nur so ist der Verdauungsapparat optimal auf den Nahrungsbrei vorbereitet und kann gut und aufgelockert verdaut werden.

Dünndarm
Der Dünndarm besteht anatomisch aus dem Zwölffingerdarm, dem Leerdarm und dem Hüftdarm. Im Zwölffingerdarm ist ein wichtiger Darmabschnitt. Hier werden dem Nahrungsbrei die Enzyme der Bauchspeicheldrüse und die Galle aus der Leber beigemischt. Pferde haben keine Gallenblase, der Gallensaft wird direkt aus den Leberzellen über die Gallengänge zum Zwölffingerdarm geleitet. Die Fettverdauung wird durch die Gallenflüssigkeit eingeleitet. Die Enzyme der Bauchspeicheldrüse spaltet die Fette in Glycerin und Fettsäuren, die Proteine in Aminosäuren und Stärke in Zucker. Bicarbonat und Alkalien aus den Sekreten der Pankreas (Bauchspeicheldrüse), bringen den Futterbrei in einen neutralen pH – Bereich. In diesem Dünndarmabschnitt werden Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine resorbiert. Der Dünndarm ist also der Ort, wo vor allem das Getreide enzymatisch verwertet wird. Hier verweilt der Verdauungsbrei lediglich für ca. 1,5 h und muss somit schnell verdaut werden. Ein Grund warum Hafer in unbehandelter Form für das Pferd so bekömmlich ist, denn Hafer kann ohne große Verluste von den Verdauungsenzymen des Dünndarm verdaut werden. Hingegen können Mais und Gerste nur schwer in der kurzen Zeit von den Verdauungsenzymen des Dünndarms verdaut werden. Lediglich ca. 25 - 50 % der "ankommenden" Gerste und Mais können hier verdaut werden. Der Rest der unverdauten Stärke rutscht in den Dickdarm und kann dort zu Fehlgärungen führen. Lediglich hydrothermisch aufgeschlossene Mais- und Gersteflocken können im Dünndarm ausgenutzt werden.

Dickdarm
Der Blinddarm und der größte Teil des Grimmdarms wirken als ,, Gärkammer“. Durch eine Vielzahl von Bakterien und Protozoen wird die "Rohfaser" zu Fettsäuren abgebaut, die vom Körper energetisch genutzt werden können. Im Grimmdarm und Mastdarm findet die Resorption des Wassers statt, hier wird Nahrungsbrei eingedickt. Im Grimmdarm wird der Kot geformt und in den Mastdarm abgegeben. Die Konsistenz des Kotes gibt Aufschluß über Verdauungsablauf und Gesundheitszustand des Pferdes. Erstrebenswert ist ein gut geformter glänzender Kot, von grünbraungelber Farbe und nicht unangenehmen Geruch. Auch für einen optimalen Verdauungsablauf im Dickdarm ist qualitativ gutes Heu die wichtigste Grundlage. Hygienisch bedenkliches Grundfutter können genauso wie verholztes (Lignin=Holzfaser) Heu oder eine zu hohe Aufnahme an Stroh, welches wiederum hauptsächlich aus Holzfaser (Lignin) besteht, zu erheblichen Störungen des Dickdarms führen und somit die gesamte Gesunderhaltung und Leistungsbereitschaft (Rittigkeit) des Pferdes einschränken.  
( Tierheilpraktiker Armin Keller)

 

 

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